Grabstein für Urnengrab: Auswahl, Größen und Kosten

Nicolai Back
Zuletzt aktualisiert:
February 17, 2026
Lesezeit:
6
Minuten

Die Auswahl an Grabsteinen für Urnengräber ist größer als viele denken. Stele oder liegender Stein? Granit oder Sandstein? Wie groß oder klein kann und soll er sein und was kostet das eigentlich?

Die gute Nachricht: Urnengrabsteine sind in der Regel günstiger als Grabsteine für größere Gräber. Es geht darum, den passenden Typ, die richtige Größe und ein stimmiges Material zu finden, damit der Grabstein zum Gesamtbild des Urnengrabes passt.

In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen, welche Grabstein-Typen für Urnengräber geeignet sind, welche Größen üblich und zugelassen sind, was die verschiedenen Materialien kosten können und worauf es bei der Auswahl ankommt. Anschließend können Sie eine fundierte Entscheidung für Ihre weitere Planung treffen.

Grabstein-Typen für Urnengräber

Für Urnengräber gibt es vier Haupttypen von Grabsteinen. Jeder Typ hat seine Vor- und Nachteile und eignet sich für unterschiedliche Gestaltungswünsche.

Stelen (stehende Grabsteine)

Stelen sind schmale, aufrecht stehende Grabsteine mit einer Höhe von typischerweise 80 bis 120 cm. Sie wirken modern, elegant und nehmen wenig Platz ein. Ihre schlanke Form lässt viel Raum für die Bepflanzung und zieht den Blick nach oben, was dem Grab eine gewisse Leichtigkeit verleiht.

Stelen sind besonders platzsparend und eignen sich gut für kleine Urnengräber. Allerdings sind sie nicht auf allen Friedhöfen erlaubt. Die Kosten liegen zwischen 1.500 € und 3.500 €, je nach Material und Bearbeitung.

Praxis-Tipp: Stelen wirken besonders gut bei kleinen Urnengräbern, weil sie die Fläche nicht dominieren. Ein schlanker Granit-Stele mit dezenter Bepflanzung kann sehr harmonisch aussehen.

Liegende Steine

Liegende Steine sind die klassischen Vertreter für Urnengräber. Sie werden flach auf die Grabfläche gelegt oder leicht geneigt aufgestellt und haben typischerweise eine Breite von 40 bis 80 cm bei einer Tiefe von 30 bis 60 cm. Diese Form wirkt ruhig, traditionell und fügt sich harmonisch in die meisten Friedhofsbilder ein.

Liegende Steine sind auf den meisten Friedhöfen erlaubt und bieten eine gute Fläche für Beschriftung und Symbole. Sie nehmen zwar mehr Platz ein als Stelen, wirken dafür aber stabiler und bodenständiger. Die Kosten liegen zwischen 900€  und 2.500 €, je nach Material und Bearbeitung.

Praxis-Tipp: Liegende Steine bieten eine gute Fläche für Beschriftung und Symbole.

Grabplatten (Abdeckplatten)

Grabplatten bedecken die gesamte oder fast die gesamte Grabfläche und entsprechen damit der Größe des Urnengrabs, meist 60x100 cm oder 100x100 cm. Sie sind die pflegeleichteste Variante, weil kaum Raum für Bepflanzung bleibt und damit auch kein Unkraut wachsen kann. Die moderne, reduzierte Optik passt gut zu zeitgenössischen Friedhöfen.

Grabplatten lassen wenig Raum für Bepflanzung, was einerseits den Pflegeaufwand minimiert, andererseits aber auch bedeutet, dass das Grab weniger lebendig wirkt. Nicht alle Friedhöfe erlauben Grabplatten, deshalb sollten Sie vorher die Friedhofsordnung prüfen. Die Kosten liegen zwischen 1.200 und 3.500 €, je nach Größe und Material.

Praxis-Tipp: Grabplatten eignen sich besonders gut, wenn Sie das Grab nicht häufig besuchen können.

Findlinge (Natursteine)

Findlinge sind unbearbeitete oder nur leicht bearbeitete Natursteine in sehr variabler Größe, meist zwischen 40 und 100 cm hoch. Sie wirken rustikal und natürlich, und jeder Stein ist ein Unikat. Ihre natürliche Form macht das Grab individuell und hebt es von standardisierten Grabsteinen ab.

Findlinge haben allerdings oft eine eingeschränkte Beschriftungsfläche, weil ihre unregelmäßige Oberfläche nur begrenzt Platz für Gravuren bietet. Die Beschriftung erfolgt meist auf einer bearbeiteten Fläche oder auf einer separaten Plakette. Nicht alle Friedhöfe erlauben Findlinge, deshalb ist eine Genehmigung wichtig. Die Kosten liegen zwischen 800 € und 3.000 €, je nach Größe und Bearbeitung.

Praxis-Tipp: Findlinge passen gut zu naturnahen Friedhöfen und zu Menschen, die eine Alternative zur klassischen Grabstein-Form suchen. Die Beschriftung erfolgt meist aus Metall (Bronze, Aluminium oder Edelstahl) oder einer separaten Plakette.

Größen und Friedhofsordnungen

Jeder Friedhof hat eigene Vorgaben, und die Unterschiede sind manchmal überraschend. Die maximale Höhe ist oft auf 80 bis 120 cm bei Stelen begrenzt. Manche Friedhöfe akzeptieren nur Findlinge, andere erlauben eine komplett freie Gestaltung. Und dann gibt es noch Friedhöfe, die sehr dunkle oder sehr helle Steine ablehnen, damit das Gesamtbild einheitlich bleibt. Stelen brauchen in der Regel ein Fundament, damit sie sicher stehen.

Bevor Sie einen Grabstein kaufen, sollten Sie die Friedhofsordnung prüfen oder beim Friedhofsamt nachfragen. Das erspart Ihnen im Nachhinein unangenehme Überraschungen, wenn der gewählte Stein nicht genehmigt wird. In der Regel prüfen wir dies gemeinsam mit einem Fachbetrieb aus unserem Netzwerk. 

Genehmigungspflicht:

In den meisten Fällen muss der Grabstein vor der Aufstellung genehmigt werden. Das Friedhofsamt will eine technische Zeichnung mit Maßen sehen, dazu die Materialangabe und die Beschriftung. Bei Stelen kommt noch ein Nachweis über die Standsicherheit dazu. Ein erfahrener Steinmetz oder Designer kennt diese Anforderungen und übernimmt die Genehmigung für Sie.

Materialien im Überblick

Das Material bestimmt nicht nur die Optik, sondern auch die Haltbarkeit, den Pflegeaufwand und den Preis.

Granit ist das beliebteste Material für Grabsteine. Er ist sehr robust, wetterbeständig und pflegeleicht. Als harter Naturstein ist er frostbeständig und in vielen Farben erhältlich, von grau und schwarz über rot bis beige. Die Haltbarkeit reicht von Jahrhunderten bis Jahrtausenden ohne Qualitätsverlust. Die Pflege ist minimal, gelegentliches Abwischen reicht völlig aus. Die Kosten liegen zwischen 800 € und 2.500 €, je nach Größe und Bearbeitung.

Praxis-Tipp: Granit eignet sich besonders gut für moderne Gestaltungen. Schwarzer oder grauer Granit wirkt zeitlos und elegant.

Sandstein wirkt warm und natürlich. Er passt gut zu klassischen Friedhöfen und traditionellen Gestaltungen. Als weicherer Naturstein ist er in warmen Farbtönen wie beige, gelb und rot erhältlich und hat eine natürliche Oberflächenstruktur. Sandstein ist sehr langlebig, aber anfälliger für Verwitterung als Granit. Deshalb ist eine regelmäßige Reinigung empfehlenswert, weil Sandstein Schmutz leichter aufnimmt. Die Kosten liegen zwischen 900 € und 3.000 €, je nach Größe und Bearbeitung.

Praxis-Tipp: Sandstein eignet sich gut für klassische, traditionelle Gestaltungen. Die warme Farbe harmoniert gut mit grüner Bepflanzung.

Marmor wirkt edel und elegant. Er ist heller als Granit und hat oft eine leicht geäderte Struktur. Die hellen Farbtöne reichen von weiß über beige bis grau. Marmor ist langlebig, aber empfindlicher gegenüber Umwelteinflüssen als Granit. Eine regelmäßigere Reinigung ist empfohlen, aber nicht zwingend notwendig. Die Kosten liegen zwischen 1.000 € und 4.000 €, je nach Größe und Bearbeitung.

Praxis-Tipp: Marmor eignet sich für klassische, elegante Gestaltungen. Er benötigt etwas mehr Pflege als Granit, wirkt aber besonders edel.

Andere Materialien wie Kalkstein sind ähnlich wie Sandstein, aber heller, mit Kosten von 900 € bis 2.800 €. Basalt ist warm und dunkel zugleich, sehr hart und modern, mit Kosten von 700 € bis 3.200 €. Schiefer hat eine graue bis schwarze Farbe und eine moderne Optik, mit Kosten von 900 € bis 3.800 €.

Kosten kalkulieren

Die Kosten für einen Urnengrabstein setzen sich aus mehreren Faktoren zusammen. Der Grundpreis variiert je nach Typ: Stelen kosten 800 bis 2.500 €, liegende Steine 600 bis 2.000 €, Grabplatten 1.200 bis 3.500 € und Findlinge 500 bis 2.000 €.

Was beeinflusst den Preis?

Das Material spielt eine große Rolle: Granit und Marmor sind teurer als Sandstein. Die Größe bestimmt den Materialaufwand, größere Steine kosten entsprechend mehr. Die Bearbeitung macht einen Unterschied, polierte Oberflächen sind günstiger als raue. Die Herkunft spielt ebenfalls eine Rolle, importierte Steine sind oft günstiger als regionale. Und schließlich kostet individuelle Gestaltung mehr als Standardformen.

Zusatzkosten berücksichtigen:

Neben dem Grundpreis kommen weitere Kosten hinzu. Die Gravur oder Beschriftung kostet je nach Umfang 350€ bis 600 €. Symbole oder Ornamente schlagen mit 300€ bis 1.000 € zusätzlich zu Buche. Ein Fundament ist bei Stelen oft nötig und kostet bis zu 600 €. Die Aufstellung verursacht Kosten von 300 bis 1200 €, der Transport 50 bis 150 €. Für die Genehmigung fällt manchmal eine Verwaltungsgebühr von 20 bis 150 € an.

Gesamtkosten Beispiel:

Ein liegender Granit-Stein mit 70x50 cm, Gravur und Aufstellung kostet durchschnittlich 1.400 € für den Stein, 500 € für die Gravur und 600 € für die Aufstellung, insgesamt also circa 2.500 €.

Praxis-Tipp: Fragen Sie nach einem Komplettpreis inklusive aller Nebenkosten. So vermeiden Sie unerwartete Zusatzkosten.

Standard oder Maßanfertigung?

Bei der Wahl eines Grabsteins stehen Sie vor der Frage: Katalog-Stein oder individueller Entwurf?

Katalog-Steine werden von vielen Steinmetzen aus fertigen Modellen angeboten. Sie wählen aus vorgefertigten Designs und lassen diese mit der gewünschten Beschriftung versehen. Das geht schnell, ist günstig im Einstiegspreis und die Preisgestaltung ist klar. 

Individuelle Entwürfe werden speziell für Ihr Urnengrab gestaltet. Form, Größe, Material und Gestaltung werden auf Ihre Wünsche abgestimmt. Das ermöglicht eine optimale Nutzung der Grabfläche, eine einzigartige Gestaltung und einen Grabstein, der perfekt zur Persönlichkeit des Verstorbenen passt. Das harmonische Gesamtkonzept aus Stein, Bepflanzung und Dekoration entsteht durch eine durchdachte Planung. Der Preis ist etwas höher und die Planungszeit länger, aber das Ergebnis ist ein Unikat.

Wann lohnt sich individuelle Gestaltung?

Wenn Ihnen wichtig ist, dass der Grabstein wirklich zum Verstorbenen passt und nicht austauschbar wirkt, kann sich eine individuelle Gestaltung lohnen. Besonders bei kleinen Urnengräbern macht es einen großen Unterschied, ob der Stein optimal zur Fläche passt oder ob er zu groß oder zu klein wirkt.

Beispiel aus der Praxis:

Eine Familie wünschte sich für das Urnengrab ihrer verstorbenen Mutter einen Stein, der ihre Liebe zur Natur ausdrückt. Unser Designer entwickelte eine schmale Granit-Stele mit einer eingelassenen Glasscheibe, hinter der ein Blattmotiv eingraviert ist. Bei Sonnenlicht leuchtet das Motiv sanft. Diese individuelle Lösung hätte kein Katalog bieten können.

Preisvergleich:

Ein Katalog-Stein mit liegendem Granit kostet 900 bis 1.800 €. Ein individueller Entwurf mit gleichem Material liegt bei 1.400 bis 2.800 €. Der Unterschied beträgt also 500 bis 1000 € für ein Unikat.

Praxis-Tipp: Ein individueller Entwurf kostet nicht zwingend deutlich mehr als ein Katalog-Stein. Der Mehrpreis liegt oft bei 20 bis 30 Prozent, dafür erhalten Sie aber ein Grabmal, das wirklich zu Ihnen passt.

Der Weg zum passenden Grabstein

Die Wahl des richtigen Grabsteins für ein Urnengrab braucht Zeit. Aber diese Zeit lohnt sich, damit Sie langfristig zufrieden sind und das Grab ein würdiger Ort des Gedenkens wird.

Zusammengefasst: Prüfen Sie die Friedhofsordnung, bevor Sie sich entscheiden. Wählen Sie den Typ (Stele, liegender Stein, Grabplatte oder Findling), der zu Ihrem Stil passt. Entscheiden Sie sich für ein Material, das Ihren Vorstellungen und Ihrem Pflegeaufwand entspricht. Kalkulieren Sie alle Kosten inklusive Gravur, Aufstellung und Transport. Überlegen Sie, ob ein Katalog-Stein ausreicht oder ob Sie eine individuelle Gestaltung bevorzugen.

Für eine persönliche Beratung stehen wir Ihnen gern zur Verfügung. Gemeinsam finden wir den Grabstein, der zu Ihrem Urnengrab und Ihren Vorstellungen passt.

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